BoardCompanions

Der Matching-Prozess

Vom Intake bis zur Vermittlung — jeder Schritt erklärt.

Am Matching entscheidet sich, ob BoardCompanions seinen Wert einlöst. Eine gute Vermittlung schafft auf beiden Seiten über Jahre Wert. Eine schlechte verbrennt einen Aufsichtsrats- oder Beiratsplatz, das Wohlwollen einer Führungskraft und unsere Glaubwürdigkeit beim nächsten Förderer, der davon hört. Entsprechend bewusst gehen wir vor.

Der Prozess sieht je nach Perspektive etwas anders aus — ob Sie sich als Companion bewerben, sich als Organisation an uns wenden oder einfach verstehen wollen, was bei uns passiert. Diese Seite beschreibt das gemeinsame Gerüst jeder Vermittlung und zeigt anschließend die beiden Hauptwege: Matching-Events (unser bevorzugter Weg, sobald ein Land genügend Pipeline hat) und die direkte Vermittlung.

Das Gerüst jeder Vermittlung

Jede Platzierung — ob aus einem Matching-Event oder einer Direktvermittlung — durchläuft dieselben Kernschritte.

  1. Organisationsaufnahme. Eine Organisation reicht das Profil ein und spricht mit dem Länderteam. Das Team qualifiziert die Anfrage — oder lehnt sie ab, wenn die Passung fehlt.
  2. Companion-Aufnahme. Alumni und andere qualifizierte Kandidatinnen und Kandidaten bewerben sich, führen ein Kennenlerngespräch, unterzeichnen die Charter und kommen in den aktiven Pool.
  3. Briefing. Das Länderteam fasst jede qualifizierte Organisation in einem strukturierten Briefing zusammen — mit Zweck, Kontext, Bedarf und dem Bild einer guten Passung. Briefings sind die Grundlage, auf der Companions entscheiden, wo sie Interesse bekunden.
  4. Begegnung. Companions und Organisationen treffen sich — in einem Matching-Event oder in einem direkten Gespräch.
  5. Entscheidung. Beide Seiten entscheiden in ihrem eigenen Tempo, ob sie weitergehen wollen. Das Länderteam hält Kontakt, beantwortet Fragen und hilft, Erwartungen realistisch zu halten.
  6. Platzierung. Wenn beide Seiten zustimmen, formalisieren wir das Match, dokumentieren die Platzierung, und die Companion beginnt das Onboarding direkt mit der Organisation. Gemeinsame Kommunikation wird an dieser Stelle abgestimmt.
  7. Nachbetrachtung. Das Länderteam meldet sich etwa nach einem Monat, drei Monaten und sechs bis zwölf Monaten, um zu erfahren, wie die Zusammenarbeit läuft.

Matching-Events

Unser bevorzugter Weg, sobald ein Land genügend Pipeline hat. Eine Runde bündelt mehrere Organisationen und eine größere Gruppe von Companions in einer konzentrierten Veranstaltung.

Wann eine Runde stattfindet

Ein Länderteam öffnet eine Runde, wenn es

  • drei oder mehr Organisationen mit fertigen Briefings hat,
  • etwa zehn oder mehr verfügbare Companions im Pool, die zu mindestens einem Briefing passen, und
  • einen realistischen Termin — entweder vor Ort in einem Raum, den das Team selbst oder ein Partner bereitstellen kann, oder online (Zoom mit Breakout-Rooms), wenn die Beteiligten geografisch verteilt sind.

Länder wie Deutschland, in denen Companions und Organisationen über mehrere Städte verteilt sind, führen viele Runden online durch. Belgien und die Niederlande treffen sich häufiger vor Ort.

Vorbereitung

Die Briefings gehen an den Companion-Pool — auf der Website hinter Login und als PDF per E-Mail, damit Companions sie unterwegs lesen können. Companions melden zurück, welche Organisationen sie gerne treffen würden. Das Länderteam nutzt diese Rückmeldungen für ein Pre-Matching: Welche Companions sollten welche Organisation auf jeden Fall treffen, welche sind Ersatzoptionen, welche Kombinationen überspringen wir.

Der Event selbst

Grobes Format eines typischen Matching-Events:

Zeit Aktivität
0:00 Begrüßung und Einführung
0:15 Jede Organisation stellt ihre Rolle vor (zwei bis drei Minuten)
0:45 Rotierende Gespräche: Companions wechseln zwischen Organisationstischen (oder Breakout-Rooms) in acht bis zwölf Minuten pro Gespräch
1:30 Offenes Netzwerken
2:00 Abschluss und nächste Schritte

Die Rotationen sind bewusst knapp. Ziel ist keine Entscheidung, sondern eine belastbare Shortlist nach dem Muster "mit dieser Person möchte ich weiterreden" — auf beiden Seiten.

Nach dem Event

Beide Seiten priorisieren ihre Interessenten. Das Länderteam organisiert die Folgegespräche für Matches mit beidseitigem Interesse — typischerweise innerhalb von zwei bis vier Wochen — und zieht sich zurück, sobald beide Seiten direkt weiterarbeiten.

Direkte Vermittlung

Die direkte Vermittlung ist unser Einstieg und unser Werkzeug für Einzelfälle.

Sie funktioniert so: Das Länderteam identifiziert drei bis fünf Companions, die zu einer Organisation passen könnten, schickt ihnen das Briefing und prüft das Interesse. Wer mehr erfahren möchte, trifft die Organisation in einem Einzelgespräch — per Videocall, Telefon oder persönlich, je nach Lage. Ab da läuft es wie beim Matching-Event: beidseitige Entscheidung, bestätigtes Match, Begleitung.

Wir vermitteln direkt, wenn

  • das Land noch klein ist und ein Matching-Event zu dünn wäre,
  • eine Organisation eine dringende oder eng definierte Anfrage hat, bei der breite Exposition keinen Nutzen stiftet,
  • ein Matching-Event-Gespräch nicht abgeschlossen wurde, beide Seiten aber weiterreden wollen,
  • Logistik eine geplante Runde ausschließt — die Organisation braucht jemanden dieses Quartal, nicht nächstes.

Direkte Vermittlung ist pro Platzierung aufwendiger als ein Matching-Event, funktioniert aber verlässlich ab der ersten Anfrage. Jedes neue Land startet so. Auch Deutschland arbeitet 2026 überwiegend mit direkter Vermittlung, während parallel die ersten Matching-Events aufgesetzt werden.

Zeitrahmen (realistisch)

Wir werden oft nach Dauern gefragt. Ehrliche Antwort:

Von ... Bis ... Typischer Zeitrahmen
Bewerbung als Companion Aufnahme in den Pool 1–3 Wochen
Organisationsaufnahme Briefing fertig 2–4 Wochen
Briefing raus Erste Gespräche Abhängig von der nächsten Runde — Tage bis wenige Monate
Erstes Gespräch Entscheidung 2–4 Wochen (Matching-Event), 2–6 Wochen (direkt)
Entscheidung Aktive Gremienarbeit 1–3 Monate, je nach Sitzungsrhythmus der Organisation

Die langsamsten Schritte sind die, die wir nicht kontrollieren — der Gremienkalender der Organisation, die anderen Verpflichtungen der Companion, und der tatsächliche Einstieg in ein Gremium. Die Schritte, die in unserer Hand liegen, versuchen wir zügig zu halten.

Was wir bewusst nicht automatisieren

Eine bewusste Designentscheidung: Das eigentliche Matching bleibt manuell. Jede Pre-Match-Empfehlung ist eine Einschätzung des Länderteams — basierend auf dem Briefing, dem Profil der Companion und den eingegangenen Rückmeldungen. Hier ist die menschliche Einschätzung durch nichts zu ersetzen. Wenn ein Match im vierten Monat zerbricht, liegt es fast immer an einem feinen Signal, das in der Briefing-Phase überlesen wurde. Software kann Briefings verteilen, Rückmeldungen erfassen und Platzierungen dokumentieren — sie ersetzt nicht den Eindruck, den ein Länderteam von den beiden Personen hat, die es zusammenbringen will.

Was nach der Platzierung passiert

Sobald eine Companion in einem Gremium aktiv ist, tritt BoardCompanions in den Hintergrund. Wir

  • stellen Material und Vorlagen bereit, auf die die Companion zugreifen kann,
  • organisieren kollegiale Austauschformate, in denen Companions Erfahrungen teilen,
  • halten das Länderteam erreichbar für Fragen beider Seiten,
  • bitten beide Seiten um Feedback nach etwa einem Monat, drei Monaten und sechs bis zwölf Monaten — nicht, um die Beziehung zu steuern, sondern um aus ihr zu lernen.

Wenn ein Mandat endet — nach Ablauf der Amtszeit, durch eine Veränderung in der Organisation oder aus anderen Gründen — sprechen wir gerne darüber, ob eine neue Vermittlung sinnvoll ist. Viele aktive Companions übernehmen im Laufe der Zeit mehr als ein Mandat.

Bereit, loszulegen?

Zwei Wege hinein:

Fragen, die in keinen der beiden Wege passen, richten Sie über die Kontaktseite an das deutsche Länderteam.

Bereit, den Prozess zu starten?